Christoph Schlingensief – Kaprow City

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt Christoph Schlingensiefs (1960–2010) multimediales Kunstwerk „Kaprow City“, das als eine der wenigen installativen Arbeiten des Filmemachers, politischen Aktionskünstlers, Theater- und Opernregisseurs erhalten geblieben ist.

Schlingensief zählt zu den bedeutendsten Künstler*innen Deutschlands und sein früher Tod 2010 hinterlässt bis heute eine Lücke. Ursprünglich war „Kaprow City“ eine begehbare Installation, die Schlingensief als sein letztes Theaterstück für die Berliner Volksbühne 2006 konzipierte. Chaotisch, akustisch und visuell überwältigend und auf einer Drehbühne platziert, hatte Schlingensief ein Bühnenbild geschaffen, in dem Schauspieler*innen und das Publikum ihren Platz fanden.

„Kaprow City“ (2006/07) erinnert an eine Materialschlacht, der die eigene Historie unmittelbar eingeschrieben ist. Nach dem Prinzip der Überforderung und freien Assoziation überlagern sich in der ehemaligen Bühnenbildstruktur zahlreiche Themen und Ideen. Die Arbeitsweise des US-amerikanischen Happening-Künstlers Allan Kaprow (1927–2006) mit dem Publikum klingt ebenso an wie Überlegungen zu einem Film über den Unfalltod von Lady Diana im August 1997. Hinzu kommen Projektionen aus Schlingensiefs Film „Fremdverstümmelung“ (2007) und weiterer Filme, welche die einzelnen Räume der Installation zu Kinos werden lassen.

Die Dokumente aus den Archiven des früh verstorbenen Künstlers zeigen die für Schlingensief typische Arbeitsweise, in großer Offenheit Gedanken und Themen zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Sie zeichnen den Weg von „Kaprow City“ vom Theaterprojekt zum musealen Kunstwerk nach.

Ein Projekt der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Nachlass Christoph Schlingensief und Aino Laberenz.

Bis 17. Oktober 2021
K 20  
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
https://www.kunstsammlung.de