Ein grenzüberschreitendes Radwegenetz von rund 600 Kilometern mit urwüchsigen Mooren, ausgedehnten Kanalsystemen und schmucken Ortschaften … ein Paradies für Naturliebhaber und Entdeckungsreisende

Auf deutscher Seite geht die Tour durch Emsland und die Grafschaft Bentheim und auf niederländischer Seite in den Provinzen Groningen und Drenthe. Sie entdecken eine Vielfalt an Sehenswürdigkeiten; von archäologischen Stätten bis hin zu idyllischen Windmühlen, von kolossalen alten Festungsanlagen bis hin zu Bauwerken, mit modernsten Techniken errichtet. Die Route verbindet 23 Orte und besteht aus zwei Hauptrouten – der „Pionierroute“ und der „Schmugglerroute“. Pioniere prägten das Land, und Schmuggler hielten den „kleinen Grenzverkehr“ am Laufen.

Der Pionierroute (238km)

Weitläufige Moor- und Heidegebiete, Mühlen, verträumte Dörfer und schnurgerade Kanäle: In diesem deutsch-niederländischen Grenzgebiet erfahren Sie die Geschichte der Pioniere im Moor.

Die Spuren und Geschichte der Pioniere im sind noch immer deutlich nachvollziehbar in den langgestreckten Ortschaften und weit verzweigten Kanalsystemen. In Museen lässt die Zeit der Siedler und Ihr Leben voller Anstrengung und Entbehrung, sich erleben, zum Beispiel im Emsland Moormuseum mit dem weltgrößten Dampfpfluggespann.

Pionierarbeit wird immer noch im Naturschutzgebiet Bargerveen geleistet. Hier wird auf rund 2.000 Hektar das Hochmoor wieder zum Leben erweckt. Viele "Ölnicker" grüßen Sie am Wegesrand während sie das "schwarze Gold" aus der Erde fördern. Besuchen Sie auch das Erdöl-Erdgas-Museum in Twist, denn Sie befinden sich in einem der größten Erdöl-Fördergebiete Deutschlands. 

Unterwegs können Sie ein erfrischendes Bad im Speichersee genießen, an der Wallfahrtsstätte St. Marienredoute vorbeikommen und eine Zeitreise in die Textilindustrie von Nordhorn unternehmen mit Industriedenkmälern wie der Alten Weberei. Vorbei am Kloster Frenswegen führt die Route nach Neuenhaus an die Flüsse Dinkel und Vechte. Das Ort verdankt seinen Namen dem Grafen Johann II. zu Bentheim, der hier im Jahr 1317 - an der Handelsstraße Münster-Amsterdam - die Burg Dinkelrode, ein „Neues Haus“ errichtete. Im Emlichheim, lohnt ein Besuch im "Alten Landhaus Buddenberg".  

Zurück in den Niederlanden durchqueren Sie Coevorden. Der Name leitet sich von „koevoorde“ ab – einer Furt, an der Bauern ihre Kühe den Bach überqueren ließen.

Weitere empfehlenswerte Ausflugsziele sind Emmen mit seinem Zoo, das Schmalspurbahnmuseum in Erica, das Van-Gogh-Haus in Nieuw Amsterdam und das mittelalterliche Kloster des Deutschen Ordens in der Nähe von Ter Apel.

Die Smugglerroute

Lebensmittel und Getränke, ja sogar ganze Schweine und viele andere Dinge mehr, wurden bis in die fünfziger Jahre hinein über die deutsch-niederländische Grenze geschmuggelt in diese dünn besiedelte Region.  Entlang alter Bachläufe, blühender Felder und über kurvenreiche Wege entdecken Sie die alten Schleichwege. Ihre Radreise beginnt in der Schifferstadt Haren mit den vielen Masten und Klappbrücken. Sie radeln entlang des Haren-Rütenbrock-Kanals zum kleinen Grenzort Hahnentange. 

Der Weg nach Ter Apel führt über eine sehr schöne Allee entlang des Ruiten-Aa-Kanals. Sie überqueren diesen und fahren direkt am Kloster Ter Apel vorbei. Dieses ehemalige Kreuzherrenkloster aus dem späten Mittelalter liegt idyllisch inmitten eines 200 ha großen alten Eichenwaldes und gehört zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Niederlande. 

Die Route führt Sie weiter über Vlagtwedde und Wedde nach Bellingwolde. Am Ortseingang von Wedde sehen Sie die Burg von Wedde (Wedderburcht). Sie wurde Anfang des 15. Jahrhunderts gebaut und war 1568 der Ausgangspunkt für den Freiheitskampf der Niederländer.

Wieder auf deutscher Seite durchqueren Sie den Ort Rhede (Ems) mit dem Landwirtschaftsmuseum und gehen Sie zur Festung Stadt Bourtange. Das malerische Dorf liegt inmitten einer wunderschönen Naturlandschaft und bietet einen tollen Zwischenstopp. Sie folgen der Route nach Heede. Dort sollten Sie sich den dicksten Baum Deutschlands – eine 1.000jährige Linde – anschauen und Der Heeder See lockt Wasserratten zum Baden. Wieder zurück nach Haren kommen Sie entlang Lathen – eine „Bioenergiegemeinde“ und eröffnen sich weite Blicke über die sanft hügelige Kultur- und Naturlandschaft. 

Da die grenzüberschreitenden Routen ausnahmslos durch ebene Landschaften verlaufen, kommt der Wind – als leichte Brise oder auch mal etwas stärker – in der Regel immer von vorn.  Und    wie ein deutsches Sprichwort besagt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!“

Die „Vereinte Länder Tour“ verbindet 23 Orte und besteht aus zwei Hauptrouten – die „Pionierroute“ und die „Schmugglerroute“. Empfehlenswert für Naturfanatiker und Geschichtsliebhaber!