Grenzregionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: eine schwächere Versorgungsinfrastruktur, Fachkräftemangel und eingeschränkte medizinische HilfeMöglichkeiten wohnortnah.

Viele Bürger:innen sind grundsätzlich offen für eine Behandlung im Nachbarland. In der Praxis geschieht dies jedoch noch selten. Obwohl die rechtlichen Voraussetzungen vorhanden sind, erfordert die Umsetzung eine enge Abstimmung zwischen den deutschen und niederländischen Gesundheitssystemen.

Beim offiziellen Auftakt des Projekts Health4DE-NL gaben Melanie Walter, Ministerin für Europa und regionale Entwicklung des Landes Niedersachsen und Cora Yfke Sikkema, Bürgermeisterin der Gemeinde Oldambt, den Startschuss. Die Kooperation soll dazu beitragen, dass die Menschen in der  deutsch-niederländischen Grenzregion gesünder und länger leben.

Ziel von Health4DE-NL ist es, die Gesundheitsstrukturen beider Länder besser miteinander zu verknüpfen und allen Menschen in der Grenzregion einen gleichberechtigten Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Darüber hinaus soll das Projekt die Zusammenarbeit zwischen niederländischen und deutschen Gesundheitseinrichtungen vertiefen, um beide Systeme besser auf zukünftige Gesundheitskrisen vorzubereiten.

Health4DE-NL bringt politische Entscheidungsträger:innen, Fachkräfte, Wissenschaftler:innen sowie Bürger:innen zusammen, um die Gesundheitssysteme in Deutschland und den Niederlanden zu analysieren, Wissen auszutauschen und gemeinsame Ansätze für Gesundheit, Prävention und Teilhabe zu fördern, insbesondere für Menschen, die zusätzliche Unterstützung benötigen.

Das Projekt wird vom Cross-border Institute of Healthcare Systems and Prevention koordiniert und gemeinsam von der Rijksuniversiteit Groningen (Aletta Jacobs School of Public Health und Fakultät für Wirtschaft und Betriebswirtschaftslehre), dem Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG), der Universität Oldenburg, den GGD (kommunalen Gesundheitsdienst) Groningen und GGD Fryslân sowie dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) umgesetzt.

Finanziell unterstützt wird das Vorhaben durch das Interreg VI Deutschland–Niederlande-Programm, die Europäische Union, die Niedersächsische Staatskanzlei sowie die Provinzen Groningen und Fryslân.