Konrad Klapheck - Venus ex Machina

Museum MORE zeigt in diesem Sommer eine große Retrospektive von Konrad Klapheck (*1935 in Düsseldorf) – einem Maler, der zu den wichtigsten und interessantesten deutschen Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit zählt.

Der aber auch internationale Wertschätzung erfuhr und von Kunstsammlern in Belgien, der Schweiz, Frankreich, Italien und den USA gefeiert wurde.

In seinen großformatigen Stillleben mit stark stilisierten Geräten und industriellen Objekten stellt Klapheck Ikonen und Dämonen der modernen Zeit dar. Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Bügeleisen, Duschen oder Schuhe transformiert er zu menschlichen Archetypen. Und mit seinen ironisierenden, suggestiven Titeln verstärkt der Künstler die psychologische oder sexuelle Bedeutung seiner äußert präzise gemalten Sujets.

Klaphecks Malerei wirkt verfremdend und „klassisch” zugleich, und so wird er denn als Avantgardekünstler, Nachfolger der Neuen Sachlichkeit, später Surrealist oder aber auch als Vorläufer der Pop-Art gesehen. Dabei lässt sich Klaphecks einzigartiges Werk kaum in eine Strömung einordnen. Nicht zuletzt deshalb, weil er sich nach vier Jahrzehnten „Maschinen-Stillleben” in einer scheinbar abrupten Zäsur der menschlichen Figur zuwandte – ein später Stilwechsel, den nur wenige Künstler wagen und der nur selten gelingt.

In seinem Spätwerk könnte man von einer Umkehrung seines ursprünglichen Themas sprechen: Männer und Frauen erscheinen als fast abstrakte, blockartige und mechanische Körper. Totemfiguren in einer paradoxen, strengen Welt voller Farben. Dieser Spätstil, der zunächst einmal etwas Wertvolles und Notwendiges für den Künstler persönlich darstellte, gibt Aufschluss über die Grundlagen seines gesamten Schaffens. Und deshalb zeigt die Ausstellung die Werke auch in umgekehrter Chronologie...

Bis 26. September 2021
Museum MORE
Hoofdstraat 28
NL - 7213 CW Gorssel
https://www.museummore.nl/de/