Mit Feuer zu strafen! Hexenwerk und Teufelsbund im Aachener Raum

Die Ausstellung „Mit Feuer zu strafen! Hexenwerk und Teufelsbund im Aachener Raum“ beleuchtet die Hintergründe der Hexenverfolgungen seit ihren Ursprüngen im Spätmittelalter.

Der Glaube an Magie und Hexerei reicht bis in die Antike zurück.  Ab dem Spätmittelalter entwickelte sich jedoch in Europa eine neuartige, zerstörerische Dimension, die für Leid und Tod sorgte. Befeuert von den Ketzerverfolgungen der Kirche, ging es hier aber um mehr als den Abfall vom göttlichen Glauben. Die Vorstellung des Hexenwerks bestand aus fünf Elementen: Schadenzauber, Teufelspakt, Teufels Buhlschaft sowie der Flug zum Hexensabbat.

Die Hexenverfolgungen kosteten etwa 50.000 bis 60.000 Menschen in Europa das Leben, davon 70 bis 80 % Frauen. Die Prozesse erstreckten sich wie ein Lauffeuer über Europa. Ein Kernelement dieser bildete die Folter. Das als Mittel zur „Wahrheitsfindung“ legitimierte Vorgehen mutierte aber zum Theater des Schreckens und die Hinrichtung der Verurteilten zum Volksschauspiel.

Auch Aachen war Schauplatz von Hexenprozessen – hier wurden im 17. Jahrhundert sieben angebliche Hexen inhaftiert, gefoltert und verurteilt, darunter ein dreizehnjähriges Mädchen. Die Folter wurde aber auch gegen andere Gruppen exzessiv angewendet. Ein Jahrhundert nach den Aachener Hexenprozessen streiften die Bockreiter raubend und plündernd durch das Aachener Umland. Der Legende nach sollen sie auf Ziegenböcken von einem Tatort zum nächsten geritten sein – ein Grund dafür, warum ihnen vorgeworfen wurde, mit dem Teufel im Bunde zu stehen.

Ab dem 19. Jahrhundert tauchen Hexen immer wieder als fiktive Figuren in Literatur, Musik und Film auf. Von der bösen Hexe im Grimm’schen Märchen über die kinderfreundliche „Kleine Hexe“ Otfried Preußlers bis zu komödiantischen Darstellungen wie in „Hocus Pocus“.

Erschreckenderweise sind Hexenverfolgungen kein Phänomen längst vergangener Zeiten, sondern grausame Realität: In 44 Ländern der Welt werden auch heute noch Frauen und Kinder als vermeintliche Hexen verfolgt, gefoltert und umgebracht.

VERLÄNGERT bis 17. März 2024
Centre Charlemagne
Katschhof 1
52062 Aachen
https://www.centre-charlemagne.eu/