Das niederländische Ministerium für Bildungskultur & Wissenschaft hat bei NUFFIC, einer Organisation für die Internationalisierung der Bildung, eine Studie in Auftrag gegeben. Der Mehrwert eines international ausgerichteten Berufsunterrichts in der Grenzregionen ist Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Der Abschlussbericht wurde vor kurzem veröffentlicht. Fazit: Ein Praktikum in der Grenzregion beim Nachbarn hat großen Mehrwert – für Schüler und Schülerinnen, die Schulen und die gesamte Grenzregion.

Pauline van den Bosch – verantwortlich für den Bereich Internalisierung bei der Gilde Opleidingen in Roermond – erklärte, laut aktueller Forschung sei der Nutzen für junge Menschen groß. Jedoch müsste diese Erkenntnis bei den Lehrkräften an den Schulen noch mehr verankert werden. Die Möglichkeiten, in der Grenzregion beim Nachbarn zu lernen und zu arbeiten, könnten noch stärker genutzt werden, so ihre Forderung. Daher sei es nötig, Lehrerinnen und Lehrer auf deutscher Seite noch mehr über berufliche Chancen und Angebote in den Niederlanden zu informieren.

Es gibt viel zu tun für die Schülerinnen, Schüler und Studierenden. Marleen Verberkt, Projektkoordinatorin der euregio-Xperience bei euregio Rhein-Maas-Nord, berichtet, dass junge Menschen oft die Möglichkeiten einer Berufsausbildung in den Niederlanden unterschätzen. Aus einem einfachen Grund: Sie gehen von sprachlichen Hürden aus. Von wegen. Niederländer sprechen Deutsch, so dass während des Praktikums die Kommunikation und der Austausch problemlos gelingen. Einerseits, weil Niederländer durch Kundenkontakte einen entsprechend guten deutschen Wortschatz haben, und sie die Sprache des Nachbarn verstehen und sprechen. Andererseits, weil Niederländer sehr hilfsbereit sind. Daher lautet ihre Empfehlung, ein Praktikumsangebot im Nachbarland unbedingt zu nutzen, um so die eigenen Karrieremöglichkeiten zu erhöhen.