Die Niederlande und Deutschland sind Nachbarländer. Und Nachbarn glauben meistens, dass sie sich kennen. Oder sieht das in der Praxis doch anders aus? In unseren Gästeblogs geht es um das tägliche Leben in den Grenzregionen und erzählen Leuten ihrer tollen Geschichten. Locker geschrieben, mit einem Hang zum Tiefgang. Ein bisschen zum Nachdenken, für die Unterhaltung und das gegenseitige Kennenlernen! In dieser Hans B. Hein
Kommunizieren...
Die Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren, sind derartig vielfältig, dass viele Menschen und Firmen fast den Überblick verlieren. Ich möchte Ihnen von zwei positiven Aspekten dieses riesigen Angebots erzählen. Von der Kommunikation über soziale Medien, zum anderen über das Wunder des gesprochenen Wortes, das wir schätzen und erhalten müssen!
Eine Firma kann es sich heutzutage nicht mehr leisten, ohne soziale Medien und Webseiten zu kommunizieren. Es geht weniger darum, schnellen und kostengünstigen Kontakt herzustellen, sondern Kunden und Anwender um ihre Meinung zu fragen. Dabei kommen überraschend neue Ideen zutage, die Dienstleistungen oder ein Produkt verbessern können. Und zwar schnell. Ein Beispiel: Ich besitzte einige Kunstgegenstände und wollte mich von einem Großteil trennen. Auf meiner Facebookseite fragte ich, ob jemand dazu eine Idee hätte. Fünf Minuten später reagierte eine Künstlergemeinschaft aus Bocholt. Sie bot mir ihre Galerie für einen Tag an. Ein paar Minuten später schrieb ein Fotograf, dass er vorbeikommen würde, um die Werke für eine regionalen Zeitung zu fotografieren! Immer mehr Menschen teilten mir ihre Meinung mit oder machten Angebote. Eine Woche später war die Idee geboren, den Crispinus Platz Bocholt - mit viel Leerstand - in den Montmartre von Bocholt umzuwandeln. Mit mehreren Galerien und vielen Happenings. So schnell kann es über die sozialen Medien gehen.
Miteinander sprechen, bleibt aber etwas Wunderbares. In einem Restaurant, wo ich regelmäßig zu Gast war, grüßten mich oft drei Herren, die dort einmal pro Woche saßen. Zwei kannte ich, den dritten nicht. Eines Tages stellte ich mich dem dritten Herrn kurz vor. Ich sagte, dass ich Hans Hein heißte. Er antwortete: „Ich heiße auch Hans, aber nicht nur das. Ich heiße Hans-Benno.“ Worauf ich sagte: „Ich heiße auch Hans Benno.“ Wir hatten beide zuvor noch nie jemanden getroffen, der genauso hieß wie wir. Seit diesem Tag verbindet uns etwas. Und das nur, weil wir kurz miteinander gesprochen und kommuniziert haben. Ist das nicht schön?
Ihr Hans Benno Hein
(Auslandskorrespondent)


